Aktuelles

16. März 2015
lege artis auf dem Kongress KlinikManagementPersonal

Dr. Achim Baum, Seniorpartner der Agentur lege artis und Professor für Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück, spricht auf dem Kongress KlinikManagementPersonal 2015, dem ehemaligen Personalkongress Kliniken. Der Titel seines Vortrags: „Teilnahme und Teilhabe. Interne Kommunikation und Arbeitgeberattraktivität“. Der Kongress selbst steht unter dem Motto „Der Wert des Wandels – Sanierung und Veränderungskultur“. Laut dem Veranstalter ist das Ziel des Kongresses, das Thema Klinikstrategie und Personal aus den Perspektiven aller Beteiligten im Krankenhaus zu betrachten. KlinikManagementPersonal findet am 19./20. Mai im Congress Centrum in Hannover statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.klinikmanagementpersonal.de.

10. März 2015
Resilient durch Kommunikation: Rege Diskussionen am 8. Kliniksprechertag in Münster

„Was uns nicht umbringt, macht uns stärker!“ Mit diesem Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche stimmte Moderator Dr. Achim Baum, Seniorpartner der Agentur lege artis und Professor für Kommunikationsmanagement an der Hochschule Osnabrück, auf die Thematik des 8. Kliniksprechertags am 5. März ein. Einen ersten Ansatz zur Widerstandfähigkeit durch Kommunikation bot Dr. Christian Schwägerl, Professor am Institut für Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück. Er betonte: „Mitarbeiter sollten als Teil der Strategieentwicklung gesehen und mobilisiert werden. Resilienz setzt die Aktivierung von Personen voraus.“ Diesem Standpunkt schloss sich auch Christan Blömer an und ging noch einen Schritt weiter. Der Leiter der Abteilung Medien und Konzernsprecher der EWE AG fügte hinzu: „In einem Strategieprozess sollten alle Stakeholder integriert werden. Plattformen zur Vernetzung interner Zielgruppen – etwa ein Social Intranet – sind entscheidend und können als Seismograph des Prozesses genutzt werden.“

Der Kongress fand wie im letzten Jahr im Münsterschen Zwei-Löwen-Klub statt. Rund 50 Pressesprecher und Fachleute für Öffentlichkeitsarbeit in Krankenhäusern hatten am runden Tisch Platz genommen und diskutierten über die Möglichkeiten, Krisen kommunikativ zu bewältigen. Eine Antwort aus juristischer Sicht gab Dr. Frauke Schmid-Petersen, Rechtsanwältin der Kanzlei Höcker aus Köln. Sie forderte die Kliniksprecher auf: „Man muss sich als Unternehmen gegen negative Äußerungen wehren, denn gerade das Internet vergisst nie. Mit kleinen Maßnahmen kann man häufig mehr erreichen, als man denkt.“ Corinna Bischof, Geschäftsführerin von lege artis, illustrierte den Beitrag mit Praxisbeispielen und erläuterte Regeln, wie Unternehmen einen Shitstorm erfolgreich abwehren können. Dr. Ariane Peine, Leiterin Marketing und Kommunikation der Bezirkskliniken Mittelfranken, sprach im anschließenden Panel darüber, Krisen als Lernprozess zu begreifen, aus denen man gestärkt hervorgehen kann. Sie berichtete außerdem von einem Krisenplanspiel, mit dem sich die Bezirkskliniken gezielt auf Krisen vorbereiten. Mithilfe dieses Managementspiels werden Krisenszenarien konkret durchgespielt und „der Krisenstab lernt, im Team zusammenzuarbeiten, Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden sowie konkrete Schritte für den Fall einer Krise festzulegen“, so die Kommunikationsverantwortliche.   

Im letzten Panel lieferte Sandra Grootz, stellvertrende Leiterin Unternehmenskommunikation der Uniklinik RWTH Aachen, einen Impuls zum Thema „Qualität zielgruppengerecht vermitteln“. Sie riet den Kliniksprechern: „Um die interne Kommunikation zu optimieren, sollten verschiedene Kanäle geschaffen werden.“ Damit griff sie Christian Blömers Empfehlung aus dem ersten Panel auf, gezielt Plattformen einzurichten. Gudula Stroetzel, Leiterin Unternehmenskommunikation der Katholischen St.-Johannes-Gesellschaft Dortmund, stellte den neuen Internetauftritt ihres Hauses vor: „Die Website bietet jetzt Einstiege für verschiedene Zielgruppen. Unser Klinikfinder weist den Patienten den direkten Weg zu ihrer Fachklinik.“ Das Schlusswort des Tages hatte Moderator Achim Baum, der die Teilnehmer ermutigte, „Risiken anzunehmen, um letztendlich stärker daraus hervorzugehen.“ Impressionen der Veranstaltung finden Sie unter www.kliniksprecher.de.

09. März 2015
Krankenhauskommunikation in Deutschland und den Niederlanden – kein Vergleich?!

Was können deutsche und niederländische Krankenhäuser in puncto Kommunikation voneinander lernen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts des Zentrums für Niederlande-Studien der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Kommunikations- agentur lege artis. Die Ergebnisse wurden am 6. März auf einer Fachtagung im Haus der Niederlande in Münster vorgestellt. Der Kongress richtete sich in erster Linie an Kommunikationsverantwortliche in Krankenhäusern. Aber auch einige „Branchenfremde“ zeigten sich interessiert an den Resultaten.

Im Fokus stand die Auswertung von Internet- und Social Media-Auftritten sämtlicher Krankenhäuser 65 Kilometer westlich und östlich der deutsch-niederländischen Grenze. „Wir haben festgestellt, dass niederländische Krankenhäuser die verschiedenen Online-Verbreitungswege eher themenspezifisch gebrauchen. Ihre deutschen Pendants nutzen hingegen – sofern sie überhaupt soziale Medien bespielen, was nur bei einem geringen Teil der Fall ist – alle Kanäle für alle Informationen“, so Dr. Lisa Terfrüchte, Leiterin des Projekts am Zentrum für Niederlande-Studien, die gemeinsam mit Prof. Dr. Achim Baum, Seniorpartner der Agentur lege artis, durch den Tag führte. Den mit Abstand größten Unterschied machte das Forschungsteam in einem ganz speziellen Feld aus: Fast die Hälfte der niederländischen Websites hat Angebote, die sich ausschließlich an Kinder richten. Die deutschen Kliniken legen auf diese Zielgruppe offenbar (noch) keinen Wert, wie die Ergebnisse der Untersuchung zeigen. Im Bereich Social Media konnten die Forscher auf niederländischer Seite eine deutlich höhere Aktivität feststellen. Während Facebook, Twitter und Co. in Deutschland häufig eher als ein notwendiges Übel angesehen werde, hätten niederländische Kliniken das Prinzip „Social Media“ bereits verstanden und umgesetzt, sagte Corinna Bischof, Geschäftsführerin der Agentur lege artis. Denn nicht immer sei es sinnvoll, jeden Kanal zu bespielen, der zur Verfügung stehe. Viel entscheidender sei es, von den Inhalten her zu denken und dann eine Entscheidung für oder gegen ein Medium zu treffen. Grundlage der Studie war eine Inhaltsanalyse der Websites und Social-Media-Kanäle von insgesamt 238 deutschen und 49 niederländischen Krankenhäusern im Zeitraum zwischen Mai und Juli 2014. Die Inhaltsanalyse war unter Mitarbeit engagierter Studenten des Zentrums für Niederlande-Studien und des Fachbereichs Kommunikationsmanagement der Hochschule Osnabrück durchgeführt und ausgewertet worden.

Die wesentlichen Unterschiede in der (Krankenhaus-) Kommunikationskultur beider Länder war zugleich das Thema einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltung. „In den Niederlanden diskutieren wir, bis wir einen Konsens gefunden haben“, verdeutlichte Prof. Dr. Jan Herre Kingma, ehemaliger Generalinspekteur der öffentlichen Gesundheit im niederländischen Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport, das gesellschaftsweite Phänomen „Overleg“ als Prinzip für die interne Kommunikation. „Auch in den Kommunikationsabteilungen deutscher Krankenhäuser findet langsam ein Paradigmenwechsel statt – weg von reiner Kommunikation hin zu mehr Marketing“, bemerkte Dr. Mathias Brandstädter, Pressesprecher und Leiter Unternehmenskommunikation der Universitätsklinik Aachen. Beim Thema Transparenz im Gesundheitswesen zeigten sich dann erneut große Unterschiede zwischen den Nachbarn. Während die Niederländer sogar Sterberaten im Internet veröffentlichen, geben sich deutsche Kliniken hier spürbar zugeknöpfter. Brandstädter schränkte jedoch ein: „Transparenz ist kein Selbstzweck. Die Patienten müssen die Zahlen auch deuten können." Insgesamt boten die Ergebnisse reichlich Gesprächsstoff für die Kongressteilnehmer. Dementsprechend entstand zwischen den Postern, auf denen die Forschungsergebnisse zusätzlich präsentiert wurden, ein reger Austausch. Zusammenfassend, da waren sich die Teilnehmer und das Forschungsteam einig, erlaubt das Projekt einen Blick über den Tellerrand, von dem beide Seiten profitieren können. Insbesondere sei es gelungen, die theoretische Welt der Wissenschaft mit der Praxis zu verknüpfen, so die Veranstalter. Eine Bildergalerie zur Veranstaltung finden Sie unter www.krankenhauskommunikation.eu.