Ärztetag in Münster: Ökonomie vs. Kommerziali­sierung

von Lukas Wilke

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Am Vorabend des 122. Deutschen Ärztetages in Münster haben Bundesärtzekammer und der Arbeitskreis „Junge Ärztinnen und Ärzte“ der Ärztekammer Westfalen-Lippe gestern zu einer Dialogveranstaltung mit Nachwuchsmediziner*innen eingeladen. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten unter dem Motto „Die Versorgung von morgen – wie wollen die nächsten Generationen die Patientenversorgung sicherstellen?“ über die Krankenhausstrukturen der Zukunft.

 

Knackpunkt der Diskussion war einmal mehr die Ökonomisierung des Gesundheitswesens. „Viele Nachwuchsärzte fühlen sich von ökonomischen Vorgaben im Krankenhaus erdrückt, sehen die Freiberuflichkeit des Arztberufes in Gefahr und fordern eine Ausbildung, die sie auf „Augenhöhe“ mit Krankenhausmanagern bringt“, schreibt das Ärzteblatt. Deshalb wünschten sie sich, im Rahmen ihrer Ausbildung auch ökonomische Zusammenhänge zu erlernen, um sich besser auf die Arbeit im Krankehaus oder im niedergelassenen Bereich vorzubereiten.

 

Auch der scheidende BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery prangerte die „Sprachlosigkeit zwischen Ärzten und Ökonomen“ an, durch die beide Berufsgruppen die Probleme der jeweils anderen nicht verstehen würden. Dennoch müsse man zwischen gesunder Ökonomie und fehlgeleiteter Kommerzialisierung unterscheiden, denn auch Ärzte könnten sich gewissen ökonomischen Gesetzen nicht völlig entziehen.

 

Gerade jungen Mediziner*innen scheinen die oft als miserabel empfundenen Arbeitsverhältnisse in den Krankenhäusern ein zunehmender Dorn im Auge zu sein. Immer wieder gibt es Initiativen – beispielsweise die Kampagne #nurMITeinander vom Bündnis Junger Ärzte (BJÄ) oder das Projekt „Heal Your Hospital“ an der Universität Witten/Herdecke – die die Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung aufhalten und sogar umkehren wollen.

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