Fachtagung zu Gesundheits-Apps

Fachtagung zu Gesundheits-Apps – BfArM will Orientierung bieten

von Moritz Pfingsten

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Das stetig wachsende Feld der Gesundheits-Apps und die damit einhergehenden Probleme bezüglich einheitlicher Qualitäts- und Datenschutzstandards sind kein neues Thema im deutschen Gesundheitswesen (kliniksprecher.de berichtete). Bei einer Tagung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) am 8. Juni diskutierten in Berlin nun circa 200 Fachleute aus Wirtschaft, Forschung, Politik und Verwaltung erneut über die Chancen und Risiken solcher Apps. Die Experten setzten sich vor allem mit der Frage auseinander, wie sowohl Herstellern bei der Entwicklung als auch Anwendern im Umgang mit den Apps ausreichend Orientierung geboten werden kann.

 

In seinem Grußwort betonte Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, insbesondere die Schwierigkeit, zwischen guten und schlechten Angeboten unterscheiden zu können, da bereits über 100.000 Anwendungen auf dem Markt verfügbar sind. Ziel sei es, dass „Gesundheits-Apps im privaten Bereich wie auch in der Gesundheitsversorgung sicher und nutzbringend eingesetzt werden können.“ Für Stroppe und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sind dafür klar definierte Qualitäts- und Datenschutzstandards unabdingbar. Zur Einhaltung dieser Standards sollen sich die Hersteller laut Gröhe bestenfalls selbst verpflichten. Die geplante Einführung eines europaweit geltenden „Code of Conduct“, einer Art Verhaltenskodex für App-Entwickler, würde diese angestrebte Entwicklung unterstützen.

 

Zudem bestehe für Hersteller und Anwender oft Unklarheit darüber, wann es sich bei einer Gesundheits-App um ein sogenanntes „Medizinprodukt“ handelt, also um eine Anwendung mit einem diagnostischen oder therapeutischen Anspruch. Diese müssten als ebensolche gekennzeichnet werden und fielen im Sinne des Patientenschutzes unter besondere gesetzliche Regelungen. Zur Unterstützung der App-Entwickler hat das BfArM bereits die „Orientierungshilfe Medical Apps“ herausgegeben.

 

Die Fachtagung war bereits die zweite Dialogveranstaltung des BfArM zum Thema „Medical-Apps“. Das Bundesinstitut will sich künftig zu einer zentralen Anlaufstelle in Deutschland weiterentwickeln, um Herstellern bei der Zulassung von Apps als Medizinprodukten beratend zur Seite zu stehen.

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