Ganzkörperscanner in deutschen Krankenhäusern?

von Lukas Wilke

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Nach dem tödlichen Angriff auf Fritz von Weizsäcker am 19. November ist die Debatte um die Sicherheit in deutschen Krankenhäusern neu entflammt. Der Mediziner war während seines Vortrags in der Berliner-Schlossklinik durch Messerstiche in den Hals verletzt worden und noch vor Ort verstorben.

 

Bei der Tat handelte es sich nicht um den ersten Angriff dieser Art. Es gab bereits vergleichbare Fälle in Dortmund (2018) oder Berlin (2016), bei denen Ärzte attackiert und lebensgefährlich oder sogar tödlich verletzt worden waren. Vielmehr hat die verbale und körperliche Gewalt gegen Rettungskräfte und Krankenhauspersonal in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es war daher nicht verwunderlich, dass bereits kurz nach der Tat entsprechende Forderungen nach mehr Sicherheit laut wurden.

 

Speziell in Notaufnahmen sind Ärzt*innen und Pflegekräfte oft Aggressionen ausgesetzt, was sich vor rund zwei Wochen erneut in Düsseldorf zeigte. Im Oktober hatte das auch die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage bestätigt: „[Es] besteht Anlass, den strafrechtlichen Schutz für Hilfeleistende des ärztlichen Notdienstes oder einer Notaufnahme zu verstärken“. Man prüfe derzeit, wie das zeitnah umgesetzt werden kann. Damit kommt die Regierung einer zentralen Forderung nach, die der 122. Deutsche Ärztetag bereits Ende Mai in seinem Beschlussprotokoll festgehalten hatte.

 

„Zugangskontrollen zu installieren, wie wir sie an Flughäfen kennen, ist bei uns nicht möglich“, entgegnete Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), im Ärzteblatt. Denn: „Krankenhäuser sind ein öffentlicher Raum“. Den Schutz von Mitarbeitenden, Patient*innen und Angehörigen bestmöglich zu gewährleisten, sei aber eine zentrale Herausforderung. Man arbeite deshalb in den Kliniken unter anderem mit Schulungen und Deeskalationstrainings, in Notaufnahmen kämen zudem immer häufiger externe Sicherheitsdienste zum Einsatz.

 

Das alles kostet aber Geld. „Was wir benötigen, ist ein Programm, das in Kliniken die Kosten für sicherheitsrelevante Maßnahmen gegenfinanziert“, so die Forderung des DKG-Hauptgeschäftsführers Georg Baum gegenüber dem Ärzteblatt. Bezüglich der Kostenübernahme sehe man die Politik in der Pflicht.

 

© Bild: pixabay.com

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