Agentur lege artis - Ein Krankenhausflur mit dem Schriftzug Krankenhaus Barometer 2018

Krankenhaus Barometer 2018 erschienen

von Lukas Wilke

0

Wohl kaum ein Thema hat das Gesundheitswesen im Jahr 2018 so dominiert, wie der Personalmangel in der Pflege. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich in seinem ersten Amtsjahr vor allem der Bekämpfung des Pflegenotstands verschrieben. Dazu hat er ein Sofortprogramm für die Stärkung des Pflegepersonals auf den Weg gebracht und gemeinsam mit Familien- und Arbeitsministerium die konzertierte Aktion Pflege gestartet. In diesem Jahr soll nun weiter mit ganzer Kraft daran gearbeitet werden, Ausbildung und Beruf attraktiver zu machen, sagte Spahn kürzlich im Handelsblatt. Im Sommer sollen erste konkrete Vorschläge auf dem Tisch liegen.

 

Auch das Deutsche Krankenhaus Institut (DKI) hat in seinem gerade erschienenen Krankenhaus Barometer einen Schwerpunkt seiner bundesweiten Umfrage auf die Personalsituation im Bereich Pflege gelegt. Und wie zu erwarten sieht die Lage nicht rosig aus. Die Altersstruktur (knapp die Hälfte aller Pflegekräfte sind älter als 45 Jahre) sowie hohe Fluktuations- und Teilzeitquoten machen den Häusern schwer zu schaffen. Das verdeutlichen laut einem Bericht im Handelsblatt auch aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), wonach 2018 bundesweit fast 40.000 Pflegestellen unbesetzt blieben.

 

Das DKI wollte darum auch von den befragten Krankenhäusern wissen, welche Maßnahmen zur Personalbindung bereits implementiert oder zumindest für die Zukunft angedacht sind. Wie die Ergebnisse zeigen, gehören Angebote zur Gesundheitsförderung sowie systematische Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten zum bundesweiten Standard. Darüber hinaus arbeiten die meisten Kliniken daran, mögliche Arbeitsbelastungen über eine optimale Arbeitszeitgestaltung abzubauen.

 

Knapp die Hälfte aller Einrichtungen setzt zudem auf die Entlastung von patientenfernen Tätigkeiten, mehr Spielraum bei der Gestaltung des eigenen Tätigkeitsfeldes sowie flexible Dienstzeiten. Auch Supervisionen haben gut ein Drittel der Kliniken schon in ihren Maßnahmenkatalog aufgenommen. Wunscharbeitszeiten, feste Freizeit oder finanzielle Anreize gehören für viele Häuser noch zu den Zukunftsthemen.

 

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt eine wichtige Rolle bei der Mitarbeiterbindung. Hier zählen Wiedereinstiegsprogramme nach der Elternzeit (66 Prozent) oder eine verringerte Nacht- und Wochenendarbeitszeit (46 Prozent) zu den häufigsten Maßnahmen. Ein Drittel der Krankenhäuser bieten den Mitarbeitenden einen Ausstieg aus der Schichtarbeit, spezielle Beratungsangebote oder betriebseigene Kinderbetreuungseinrichtungen an.

 

Insgesamt haben sich 249 Krankenhäuser an der Umfrage beteiligt. Einschränkend muss festgehalten werden, dass die Umsetzung der meisten Angebote entscheidend von der Klinikgröße abhängt.

 

 

© Bild: iStock.com/PeopleImages

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 5 und 9?