Kliniksprechertag

Nachlese zum 9. Kliniksprechertag – IM DIALOG

von Agentur lege artis

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Rund 45 Pressesprecher und Fachleute für Öffentlichkeitsarbeit begrüßte die Agentur lege artis zum 9. Kliniksprechertag – IM DIALOG am 3. März. Sie alle waren der Einladung der Münsteraner Kommunikationsagentur gefolgt, um unter dem Motto „Anforderungen im Wandel“ über aktuelle Themen zu diskutieren. Und das wie immer auf dem Kliniksprechertag am „runden Tisch“.

 

So griff der Kliniksprechertag ein Thema auf, das die Kommunikationsverantwortlichen in den Krankenhäusern in den letzten Wochen wie kaum ein anderes bewegt hatte: die Cyber-Attacken auf Krankenhäuser. Immer wieder war es Hackern gelungen, in die IT-Netzwerke einzudringen und beispielsweise Daten zu verschlüsseln. Lothar Kratz, Referatsleiter Politik, PR und Presse bei der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen, präsentierte den Teilnehmern eine Zusammenfassung der vergangenen Wochen. „Der Weg in Richtung Digitalisierung ist nicht aufzuhalten. Deshalb ist es entscheidend, dass die Krankenhäuser zukünftig mehr Geld in die IT-Infrastruktur investieren und sie sicherer machen“, empfahl Kratz.

 

Eine zentrale Frage auf dem Kliniksprechertag lautete: „Strategiege „Leitbild, Kultur, Strategie – was zählt?“. Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung Münster, betonte die Stellung des Leitbilds innerhalb der Stiftung: „Wir möchten keine kurze Unternehmensvision, sondern haben mit dem Leitbild eine Art Unternehmensverfassung, in die die Mitarbeiter bei Fragen hineinblättern können. Deshalb geben wir auch allen Projekten einen Bezug zum Leitbild.“

 

Thomas Melosch, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation Marketing und Vertrieb bei der Klinikum Region Hannover GmbH, betonte in seinem Impulsvortrag, dass Leitbilder auch in die Belegschaft kommuniziert werden müssten, um die Mitarbeiter ins Boot zu holen. „Besonders in wirtschaftlich schweren Zeiten kann es aber auch Brüche zwischen Leitbild und Strategie geben“, wies Melosch auf die Probleme hin, die entsehen können, wenn das Leitbild auf die Realität trifft. Es folgte ein kontroverser Austausch zwischen den Teilnehmern zur konkreten Umsetzung in den einzelnen Häusern. Dabei waren sich alle einig, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss und dabei kein Königsweg existiert.

 

Über den Markenbildungsprozess in ihren Einrichtungen referierte Dr. Ariane Peine, Leiterin Marketing und Kommunikation der Bezirkskliniken Mittelfranken. Ziel sei es gewesen, den Kern der Marke aus der Unternehmenskultur zu heben. „Wir haben nach den Perlen in unserer Klinik gesucht – und auch welche gefunden“, so Peine.

 

„Wie halten wir das Leitbild am Leben?“, fragte Carmen Echelmeyer, Referentin für Unternehmenskommunikation bei der Alexianer Münster GmbH. Ihre Antwort: „Wir haben eine Steuerungsgruppe eingesetzt, die eine ‚Charta der Compassio’ geschrieben hat. Darin finden sich ganz konkrete Handlungsempfehlungen für die Mitarbeiter, etwa dazu, wie sie mit Flüchtlingen umgehen können.“ Außerdem sei ein Leitbild nicht in Stein gemeißelt, sondern dürfe stets auch infrage gestellt werden.

 

Den Einstieg in den Tag hatte zuvor ein Gespräch zwischen Achim Baum und Mark Rauschen, dem Geschäftsführer des Osnabrücker Modehauses Lengermann + Trieschmann (L+T), gebildet. Rauschen skizzierte seine Vorstellungen vom Kaufhaus als „Erlebniswelt“ und beschrieb die praktische Umsetzung in seinem Unternehmen. „Die Kunden können sich nur wohlfühlen, wenn sich auch die Mitarbeiter wohlfühlen. Ich nenne das eine Positivspirale“, so der Geschäftsführer. Immer wieder schlug Rauschen die Brücke vom Mode- zum Krankenhaus: „Das Kernprodukt muss gut bis sehr gut sein. Das gilt für unsere Mode genauso wie für ihre Gesundheitsleistungen. Dann kommen die Menschen wieder.“

 

Um innovative Ansätze für die alltägliche Arbeit der Kliniksprecher drehte sich das zweite Panel „neu! verrückt! ganz anders!“. Heinz D. Diste, Geschäftsführer der Contilia GmbH in Essen, stellte darin einen Kalender vor, für den Bewohner von Seniorenheimen in die Rollen großer Sänger und Filmstars schlüpften. Der Kalender ist in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge erschienen. „Das ist eine Möglichkeit, Menschen in der Sozialbranche zu begeistern und das eigene Haus ins Gespräch zu bringen“, verwies Diste auf das große Medienecho auf die Kalender, über die sogar in den USA berichtet wurde. Katharina Lutermann, Referentin für Unternehmenskommunikation der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde, stellte den klinikeigenen Blog vor. Seit etwa sieben Monaten haben Mitarbeiter hier die Gelegenheit, zu verschiedenen Themen zu schreiben. „Dadurch haben wir eine Plattform, auf der wir Gastgeber sind und unsere Expertise zeigen können“, erklärte Lutermann.

 

Das Schlusswort des Tages hatte Moderator Achim Baum: „Wir haben ein volles Programm in einem vollen Raum erlebt, dabei einen weiten Bogen geschlagen und viel voneinander lernen können.“ Verbunden mit einem Dank an die Teilnehmer, sprach Baum bereits die Einladung für den nächsten Kliniksprechertag aus: Die 10. Ausgabe soll am 9. März 2017 an gleicher Stelle stattfinden.

 

Sehen Sie hier einige Impressionen vom 9. Kliniksprechertag – IM DIALOG.

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