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Patientenratgeber für mehr Sicherheit im Krankenhaus

von Agentur lege artis

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„Sicher im Krankenhaus – Ein Ratgeber für Patienten“: So heißt ein 22-seitiger Leitfaden, der diese Woche in Hessen vorgestellt wurde. Der Ratgeber soll Patienten ermutigen, Fehler im Krankenhaus anzusprechen. Gerade die Stimme der Patienten sei wichtig, um zur allgemeinen Patientensicherheit beizutragen. Das machte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner bei der Vorstellung der Broschüre deutlich. Ihm zufolge müssen die Patientensicherheit und das Patientenwohl im Mittelpunkt allen Handelns stehen.

 

Dr. Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK), erklärte auf der Veranstaltung, dass viele Patienten beispielsweise nicht wüssten, warum die Pflegekräfte und Ärzte vor jedem Behandlungsschritt nach ihrem Namen fragen. „Viele empfinden dies möglicherweise sogar als lästig“, so Voß. Der Ratgeber weise auf verschiedene Arbeits- und Verhaltensweisen des Klinikpersonals hin, die dazu dienen, die Patientensicherheit zu wahren. Laut Voß ist den Patienten nach dem Lesen des Leitfadens bewusster, warum Pfleger und Ärzte bestimmte Dinge tun.

 

Neben dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sind auch die Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen, das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) und das Institut für Patientensicherheit Bonn (IfPS) an dem Projekt beteiligt. In jeweils zwei Abteilungen von drei hessischen Krankenhäusern – Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden, Ketteler Krankenhaus Offenbach und Klinikum Fulda – wurde die Broschüre getestet.

 

Der stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit, Prof. Dr. Hartmut Siebert, betonte, dass es wichtig sei, den Patienten die Broschüre nicht einfach kommentarlos in die Hand zu drücken. Deswegen hätten Mitarbeiter des Instituts für Patientensicherheit Bonn das Klinikpersonal vor Ort auf den Einsatz des Leitfadens vorbereitet.

 

Wie das Ärzteblatt berichtet, äußerte sich Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, kritisch zu dem Leitfaden. Eine Hochglanzbroschüre verhindere keine Behandlungsfehler: „Hier bei den Patienten anzufangen, stellt den Patientenschutz auf den Kopf“, meint Brysch und hält die Idee, das Krankenhauspersonal von den Patienten kontrollieren zu lassen, für „absurd“.

 

Auf der Website des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration finden Sie weitere Informationen zum Ratgeber in der offiziellen Pressemitteilung. Dort können Sie die Broschüre auch kostenlos herunterladen.

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