Wie tickt der Instagram-Algorithmus?

von Lukas Wilke

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Seit Mitte 2016 besitzt Instagram wie der große Bruder Facebook einen Algorithmus. Der entscheidet darüber, welche Inhalte welchem Nutzer in welcher Reihenfolge angezeigt werden. Der Grund ist einfach: Die weltweit mehr als eine Milliarde Nutzer produzieren mittlerweile so viel Content, dass ihre News Feeds schlicht überquellen würden, wenn jedes Bild aus allen abonnierten Profilen angezeigt würde.

 

Um dieses Problem zu lösen, errechnet nun ein Algorithmus wie wahrscheinlich es ist, dass ein Beitrag den Geschmack eines Nutzers trifft. Der News Feed wird also nicht mehr chronologisch, sondern auf Basis verschiedener Parameter nach vermeintlicher Relevanz sortiert. Wie genau das funktioniert, war lange ein streng gehütetes Geheimnis. Im Sommer letzten Jahres hat Instagram aber einen Einblick in die Funktionsweise seiner Zauberformel gegeben.

 

Demnach gibt es drei zentrale Kriterien, die vorrangig über die Gewichtung eines Posts entscheiden und die Unternehmen deshalb bei der Nutzung von Instagram im Hinterkopf haben sollten:

 

  1. Interessen
    Der Algorithmus analysiert das bisherige Verhalten der Nutzer und versucht daraus abzuleiten, welche Formate und Posts ihnen wahrscheinlich gefallen werden. Wer häufig Sportbilder likt, dem werden also im News Feed auch vermehrt Sportbilder ausgespielt. Gleiches gilt für die verschiedenen Formate: Wer statt Fotos lieber Videos ansieht, der bekommt auch häufiger Videos zu sehen.

 

  1. Aktualität
    Instagram bevorzugt neue Inhalte und räumt ihnen mehr Gewicht ein. Nutzer sehen also eher das Bild, das vor fünf Minuten gepostet wurde und seltener das Bild von vorgestern. Allerdings sortiert der Algorithmus laut Aussage von Instagram nichts aus, sondern beeinflusst nur die Reihenfolge. Im Prinzip müsste es also möglich sein, alle Inhalte zu sehen, wenn man lange genug nach unten scrollt.

 

  1. Beziehungen
    Zudem berücksichtigt der Algorithmus, mit welchen anderen Profilen ein Nutzer besonders viel interagiert. Hierbei kommt es nicht nur auf das bloße Folgen, sondern auf das Engagement an. Konten, die ein Nutzer oft markiert oder dessen Inhalte er regelmäßig likt und kommentiert, werden in seiner Timeline zukünftig favorisiert. Deshalb sieht man die Beiträge von Familienmitgliedern vermutlich häufiger, als die Fotos des offiziellen Instagram Kanals, auch wenn der 277 Millionen Follower hat.

 

Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die die Sichtbarkeit eines Posts beeinflussen. Zum einen ist die Häufigkeit maßgebend, mit der ein Nutzer die App auf seinem Smartphone öffnet. Denn davon hängt ab, wie viele Beiträge er in der Zwischenzeit „versäumt“ hat. Zum anderen spielt die Zahl der abonnierten Profile eine wichtige Rolle. Je mehr Profilen ein Nutzer folgt, desto mehr Inhalte kommen prinzipiell für den News Feed in Frage, weshalb der Algorithmus stärker selektieren muss. Zu guter Letzt hat aber auch die Dauer der Nutzung einen Einfluss auf die angezeigten Fotos und Videos. Wer mehr Zeit mit Instagram verbringt, sieht andere Bilder als User, die nur mal kurz reinzappen.

 

Der zentrale Schlüssel zum erfolgreichen Post bleibt aber das Engagement. Deshalb ist es wichtig, solche Inhalte zu generieren, die viele User zum liken und kommentieren anregen. Ist diese Hürde genommen, regelt der Algorithmus den Rest. Allerdings handelt es sich bei solchen Rechenketten selten um starre Gebilde. Sie werden laufend weiterentwickelt, was von den Usern allerdings im ersten Moment häufig unbemerkt bleibt. In Stein gemeißelt ist die aktuelle Variante also mit Sicherheit nicht.

 

 

© Bild: pixabay.com

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